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Desaster in Neuss
von Benjamin Friedrich
Die Deutsche Meisterschaft, die gesamte Saison
wurde auf dieses eine Ziel hingearbeitet. Der
dritte Platz in der Qualifikation hat die
Erwartungshaltung auf ein gutes Abschneiden
nicht gerade gemindert. Ziel war ursprünglich
eine bessere Positionierung als im vergangenen
Jahr, in dem BeachKick Berlin den 7. Platz
errang. Klar,
dass jeder erwartet, dass das Team in
Bestbesetzung antreten würde. Tat es aber
nicht.
Gebeutelt von zahlreichen Absagen, trat
BeachKick Berlin mit einem Rumpfteam die Reise
nach Neuss an. Gerade mal sechs Spieler haben
für das Finalturnier Zeit finden können. Von
denen wiederum stammt nur die Hälfte aus dem BeachKick-Kader. Angesichts dieser
Ausgangslage, waren die Erwartungen stark nach
unten geschraubt. Das Erreichen des
Viertelfinales wäre schon als Erfolg zu werten
gewesen. Es reichte nicht mal dafür. Aber der
Reihe nach.
BeachKick Berlin wurden vergleichsweise
leichte Gegner zugelost. Mit dem FC Bacardi
Cola Berlin traf man im ersten Spiel gleich
auf den Lokalrivalen. Im letzten
Aufeinandertreffen beim Qualifikationsturnier
in Berlin hatte BeachKick die Partie im
Neunmeterschießen noch für sich entscheiden
können. Dass es diesmal nicht ansatzweise so
spannend werden würde, hatte viele Gründe. Der
Sturm blieb über weite Strecken blass (bekam
allerdings auch wenig Unterstützung), das
Mittelfeld existierte nicht, in der Abwehr
herrschte Unordnung und zum Torwart will ich
an dieser Stelle lieber nichts sagen. Trotz
einer starken kämpferischen Leistung seitens
BeachKick Berlins, war die technische und
spielerische Überlegenheit von Bacardi Cola am
Ende ausschlaggebend für einen deutlichen
6:1-Sieg. Vielleicht wäre alles anders
gelaufen, hätte Martin Krause nach dem Anstoß
zur 1. Halbzeit statt an die Unterkante der
Latte ein paar Zentimeter tiefer ins Tor
getroffen. So aber wurde das Spiel zum
Desaster.
Es konnte eigentlich nur noch besser werden -
oder auch nicht.
Im nächsten Spiel traf BeachKick auf die Füxxe
Braunschweig, ebenfalls ein bekannter Gegner,
dem BeachKick bereits im Finale des
Qualifikationsturniers in Braunschweig
unterlag. Und auch diesmal hatten die Füxxe
das bessere Ende für sich. Mit 5:0 gewannen
sie die Partie. BeachKick Berlin konnte sich
vorne kaum Chancen erspielen und die Defensive
einschließlich des Torwarts konnte auch im
zweiten Spiel nicht überzeugen.
Damit ging der erste Tag seinem Ende
entgegen und BeachKick Berlin war bereits
ausgeschieden. Angesichts des nächsten
Gegners, die Beachsoccerfreunde Krefeld,
bestand auch kaum Hoffnung auf wenigstens
einem Punkt.
Nichtsdestotrotz blieb BeachKick auch am zweiten Tag seiner bis zur
letzten Sekunde aufopferungsvoll kämpfenden
Leistung treu. Anscheinend schien das die
Krefelder zu überraschen, die früh durch einen
Treffer von Eric Lindig in Rückstand gerieten.
Den Krefeldern gelang bis zur Pause nur ein
Treffer, so dass es zur Halbzeit 1:1 stand.
Vielleicht würde es ja doch noch etwas mit
einem Punktgewinn werden. Doch recht früh
geriet BeachKick Berlin nach Wiederanpfiff in
Rückstand und musste kurze Zeit später auch
einen dritten Treffer hinnehmen. Dennoch gab
BeachKick Berlin das Spiel nicht verloren und
kam durch Martin Krause zum Anschlusstreffer,
2:3. Erneut konnte Krefeld den
2-Tore-Vorsprung jedoch wiederherstellen, der
allerdings nicht lange hielt, denn Martin
Krause gelang sein dritter Treffer in diesem
Turnier. Der Torhunger der Beachsoccerfreunde
aus Krefeld war aber noch nicht gestillt, 3:5.
BeachKick Berlin gelang durch Dominik Lauers
ersten Treffer im BeachKick-Dress noch das
4:5, doch trotz einer spannenden
Schlussoffensive reichte es nicht für ein
Unentschieden, welches durchaus verdient
gewesen wäre.
BeachKick konnte sich am zweiten
Tag in allen Mannschaftsteilen bessern. Der
Sturm kam mit seinen Angriffen des Öfteren zum
Abschluss und wurde vom Mittelfeld ein paar
mal gut in Szene gesetzt. Auch die Abwehr
wirkte wesentlich besser organisiert und
selbst der Torwart hielt ab und an einen
Ball.
Alles in allem zwar kein versöhnlicher
Abschied, aber der Zuschauer konnte erkennen,
das BeachKick, sofern sie sich eingespielt
haben, keine schlechte Mannschaft hat.
Dennoch bleibt als bitterer Beigeschmack, dass
BeachKick Berlin unter den Augen der besten
Beachsoccerteams Deutschlands eine schwache
Vorstellung abgeliefert hat. Es bleibt zu
hoffen, dass für das nächste Jahr einige
weitere Stammspieler BeachKick Berlin beim
wichtigsten Turnier des Jahres unterstützen
und wir so eine schlagkräftige Truppe auf den
Sand präsentieren werden.
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